Veranstalter

Mauthausen Komitee Österreich

Das Mauthausen Komitee Österreich wurde 1997 vom Österreichischen Gewerkschaftsbund und von der Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche mit dem Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs als Partner in Form eines Vereins als Nachfolgeorganisation der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen gegründet. Im Jahr 2000 bestimmte die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen das MKÖ zu ihrer offiziellen Nachfolgeorganisation. Das MKÖ verpflichtete sich damit, das Vermächtnis der ehemaligen KZ-Häftlinge zu bewahren und weiter zu tragen.

Das Gedenken an die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere jene, die im KZ Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sowie die engagierte anti-faschistische und anti-rassistische Arbeit vor allem mit jungen Menschen bilden den Schwerpunkt der Aktivitäten des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ).

Befreiungs- und Gedenkfeiern

Rund um den Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen, den 5. Mai, veranstaltet das MKÖ alljährlich eine Befreiungsfeier, an der Tausende Menschen aus ganz Europa teilnehmen. Mit mehr als 60 Gedenk- und Befreiungsfeiern an Orten ehemaliger Außenlager und anderer Orte des NS-Terrors wird ein beeindruckendes Zeichen für ein "Niemals wieder" gesetzt.

Fest der Freude

Seit 2013 veranstaltet das Mauthausen Komitee Österreich in Kooperation mit den Wiener Symphonikern sowie der Israelitischen Kultusgemeinde, dem Verein Gedenkdienst, dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes sowie der österreichischen Bundesregierung und der Stadt Wien am 8. Mai das "Fest der Freude" am Wiener Heldenplatz zum Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft.

Angebote für junge Menschen

Seit vielen Jahren werden durch das MKÖ zahlreiche Projekte, insbesondere mit Jugendlichen, durchgeführt und ausgewählte Aktivitäten von Partnerorganisationen mitorganisiert. Mit den Jugendprojekten des Mauthausen Komitee Österreich konnten bis jetzt mehr als 84.000 junge Menschen erreicht werden und ihnen im Rahmen dieser Projekte neben historischem Wissen jene Werte wie Menschenrechte, freie demokratische Gesellschaft, Anti-Rassismus, Anti-Faschismus etc., für die das Mauthausen Komitee eintritt, weitergegeben werden.
Speziell auf die jeweilige Gruppe abgestimmte Begleitungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie durch ausgewählte Außenlager des KZ-Mauthausen vermitteln nicht nur eines der einschneidensten und dunkelsten Kapitel der Geschichte, sie gehen auch auf die Bedeutung der historischen Ereignisse für das Heute, für das Leben der jungen Generation ein.

Noch eindeutiger mit den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft, jedoch mit Bezugnahme auf die Vergangenheit, beschäftigen sich das antirassistische Planspiel "miramix" und die Workshops "Zivilcourage trainieren".

Im Herbst 2016 starten die Rundgänge im Rahmen des Vermittlungsprojekts "denkmalwien". Die Rundgänge des Vermittlungsprojekts "denkmalwien" beschäftigen sich mit vier verschiedenen Themen: "Wir sind HeldInnen!", "Republik und Demokratie", "'Wir' und die 'anderen'" und "Was ist Österreich?". Der historische Fokus wird auf die Republiksgeschichte sowie die Zeit des Nationalsozialismus mit einem ständigen Gegenwartsbezug gesetzt.

Forschung

Neben Projekten zur Erforschung der Geschichte des KZ-Mauthausen und seiner Außenlager veranstaltet das MKÖ in regelmäßigen Abständen internationale Symposien, die die Thematik auch einem nicht-akademischen Publikum nahe bringen.

Publikationen

Die Schriftenreihe "edition mauthausen" widmet sich in erster Linie der Aufarbeitung der historischen Ereignisse und stellt vor allem die Menschen in den Mittelpunkt, die Unvorstellbares im KZ Mauthausen ertragen mussten

Kulturveranstaltungen

Neue Zugänge zu den Ereignissen rund um das KZ-Mauthausen und seiner Bedeutung für Österreichs Vergangenheit und Gegenwart versuchen wir im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen zu eröffnen.

Die Ziele des MKÖ

Das MKÖ tritt ein für eine freie und demokratische Gesellschaft und für die Wahrung der Menschenrechte aller, unabhängig von Staatsangehörigkeit, politischer Gesinnung und Religion, insbesondere für den Schutz der Minderheiten. Das MKÖ richtet sich entschieden gegen alle Arten von Faschismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Chauvinismus sowie Antisemitismus.

Das MKÖ trägt Sorge um die Erhaltung und die wissenschaftliche und pädagogische Betreuung des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager. Das MKÖ ist ein gemeinnütziger Verein, der seine Tätigkeit in überparteilichem Sinn ausübt.

Kontakt

Willi Mernyi - Vorsitzender
Christa Bauer, MAS - Geschäftsführerin

Mauthausen Komitee Österreich
Obere Donaustraße 97-99/4/5, 1020 Wien
Tel: +43 / (0)1 / 212 83 33
Fax: +43 / (0)1 / 212 83 33-89
E-Mail: info@mkoe.at

Erika Kosnar

Zeitzeugin

Erika Kosnar stammt aus einer Wiener ArbeiterInnenfamilie jüdischen Glaubens. Ihre Mutter konvertierte 1931 zum Judentum. Ab 1938 musste Erika Beschimpfungen, Schikanen und Gräuel erleiden. Unter anderem Dank des zivilen Muts ihrer Mutter, überlebte sie den Nazi-Terror in Wien.

Jahrzehntelang sprach Erika Kosnar nicht öffentlich über ihre Erfahrungen. Seit dem Jahr 2000 spricht sie auf Veranstaltungen, vor allem an Schulen. Sie ist bis heute gut über die politische Situation informiert und setzt sich für Zivilcourage und Menschlichkeit ein. Auch Solidarität in kleinen Situationen des Alltags ist ihr wichtig. "Oft muss sich nur die erste Person trauen", sagt sie. Bis heute setzt sie sich für ein "Niemals wieder" ein.

Mehr über die Zeitzeugin Erika Kosnar

Willi Mernyi

MKÖ-Vorsitzender

ist seit 2000 ehrenamtlicher Vorsitzender des "Mauthausen Komitee Österreich". Seit 2011 ist Mernyi zudem stv. Vorsitzender der Lagergemeinschaft Mauthausen und Vorstandsmitglied des "Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes".

Mernyi kann eine Reihe von Publikationen insbesondere zu den Themen Politische Bildung (u.a. Handbuch Planspiele 2005, Unser Amerika - austroamerikanische Blitzlichter im Zuge der US-Wahl 2008) und Kommunikationsstrategien gegen Rechtsextremismus (Demagogen entzaubern 2010, Rechtsextrem: Symbole. Codes. Musik. Gesetze 2011, Hetzer stoppen – Audio CD 2013) vorweisen.

Für sein Engagement erhielt Mernyi 2009 das Bundesehrenverdienstzeichen für Toleranz und Menschenrechte sowie 2014 die Marietta und Friedrich Torberg-Medaille.

Mehr über MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi